Angenommen,
Sie wohnen weiter im Süden Deutschlands – etwa in Dresden.
Wie kommen Sie von dort nach Finnland? Ganz einfach. Immer an der
Wasserkante entlang, erst am Deich der Elbe und dann am Strand der
Ostsee, vielleicht bis Tallinn und dann mit der Fähre nach Helsinki,
oder hintenherum über St.Petersburg durch Karelien szs. durch
die kalte Küche nach Finnland. Nur einmal wären Sie in Gefahr
sich zu verlaufen – wenn da nicht der Kanal wäre, unser
Kanal. Der lenkt Sie ab Lauenburg von der Elbe weg über Lübeck
sicher an die Ostsee. Ohne ihn würden Sie im Schlick des Wattenmeeres
der Nordsee versacken.
Auf dem rechten Pfad, nämlich auf dem Rad- und Wanderweg unseres
Kanals befand sich neulich auch eine Karawane. Vorneweg ein großer
Hund geführt von einer sportlichen jungen Frau, die mit der anderen
Hand den Zügel eines Pferdes hielt. Hinter ihr ein ebenso sportlicher
junger Mann, ebenfalls ein Pferd am Zügel. Auf den Pferden einiges
an Gepäck. Und oben auf dem Gepäck des ersten Pferdes ein
etwa 4 jähriges und des zweiten Pferdes ein etwa 6 jähriges
Kind. Alle, Tiere, Kinder und Eltern, machten einen vergnügten
Eindruck. Auf die Frage eines Kanalansässigen: „Wohin des
Wegs?“ kam die fröhliche Antwort: „Nach Finnland!“
– „Und woher?“ – „Von Nürnberg.“
Nur von Nürnberg an die Elbe zu finden, war für diese Karawane
mühsam und gefährlich gewesen. Seit sie in Launeburg den
Einstieg zum Kanal gefunden hatten, fühlten sie sich wie in Abrahams
Schoß – und fast schon in Finnland.