Mit der Plamschleuse an der Elbe und der Stecknitzfahrt ab 1398 hat
alles angefangen. Seit Herr Palm dieses heute noch zu besichtigende
technische Meisterwek fertiggestellt hatte, konnte man per Schiff
relativ bequem auf der Delvenau-Stechnitz (der Mutter des Elbe-Lübeck-Kanals)
Güter von Launeburg nach Lübeck transportieren. Die maritime
Verbindung Hamburg-Lübeck, Nordsee-Ostsee war hergestellt.
Natürlich ging es nicht ohne weitere Schleusen. Die nächste
in Richtung Norden war die Dückerschleuse bei Witzeeze. Auch
sie ist heute noch zu besichtigen - aber nur mit Mühe. Viel Geld
wurde investiert, um sie im Originalzustand zu restaurieren. Aber
wenig wurde investiert, um sie zugänglich zu machen. Und das
auch erst mit großer Verzögerung. Das romantische Strohdach-Schleusenwärterhaus
ist fremd oder fremdländisch vermietet oder verkauft. Jedenfall
ist der direkte Zugang zur Schleuse von Westen her verboten. Es gibt
deshalb einen Grasweg um das Haus herum zur Delvenau. Ansprechend
gestaltete Informationstafeln auf einem kleinen Parkplatz davor machen
einen neugierig.
Man geht also um das Haus herum, gelang zu dem umfriedeten privaten
Friedhof der früheren Schleusenwärter und landet auf einem
Holzsteg, der über die Delvenau führt. Eine Pforte muß
geöffnet werden. Und dann steht man auf einer Schafweide. Über
die muß man dann gehen, um dann schließlich der historischen
Dückerschleuse ansichtig zu werden.
Nun ist der Anblick dieser Schleuse nicht ein so überwältigendes
Ereignis, dass man deswegen einen ganze Reise dorthin planen würde.
Sinnvoll wäre es, sie in eine Wanderung zu integrieren (wie etrwa
die Reste des Limes in die Wanderwege des Odenwaldes). Und die Wege
dafür sind auch tatsächlich vorhanden.
Aber weit gefehlt! Wer etwa von der Dückerschleuse in Richtung
Zweedorf weiter gehen will und von dort wieder zu seinem Auto auf
dem kleinen Parkplatz, der weiß eventuell, dass dies eigentlich
ginge. Aber er oder sie muß schon sehr sportlich oder mutig
sein, um das zu schaffen.
Gleich nach der Dückerschleuse in Richtung ehemaliger Patrouillenweg
der DDR steht das erste Hindernis: ein elektrischer Weidezaun für
Schafe. Ganz Sportliche springen einfach drüber. Andere müssen
wissen, wie man mit so einem Ding umgeht, ohne einen Schlag zu bekommen.
Auf dem Patrouillenweg geht es dann zur Straße Zweedorf-Dalldorf
und von dort auf einem gut begehbaren Feldweg bis zu der seeartigen
Ausbuchtung des Elbe-Lübeck-Kanals und schließlich auf
einem winzigen Trampelpfad, der wohl nur den Anglern vorbehalten ist,
zurück zum Parkplatz. Die Gefahr, auf diesem Pfad angeschnauzt
zu werden, ist hoch.
Dabei wäre dies alles ein so schöner, natürlicher Rundweg,
der andernorts wohl sofort als touristische Chance erkannt worden
wäre. Das Gasthaus, das es nach der Wende in dem ehemaligen Schleusenwärterhaus
gab, würde wohl auch heute noch leben, wenn man diesen Weg damals
schon als Wanderweg ausgewiesen hätte.
Wer blockiert hier? Der Denkmalschutz, der sich wohl zu lange Zeit
ließ, einen Steg über die Delvenau zu bauen? Der Naturschutz,
der den Zugang zu dem Gürtel an der ehemaligen Grenze eventuell
vereiteln will? Oder die Schafhirten und Angler, die nur ihre Interessen
gewahrt wissen wollen?
Wie kriegt man diese drei Hälften so zu einem Ganzen, dass auch
anderen damit gedient ist? Es fehlt eben noch der touristische Teil!
Nur so würde die aufwendige Restaurierung der Dückerschleuse
Sinn machen!
Ein Viertel für jede Interessengruppe wäre nicht nur genug,
sondern ein sinnvolles Ganzes!
N.N.