Am 28.02.1996 gingen mein Hund „Micky“ und ich am Kanal
bei Eis und Schnee spazieren. Micky lief neben oder vor mir her. Der
Kanal war gefroren. Die Enten und Möwen hielten sich auf der
Eisfläche auf. Unser Hund beachtete bis zu diesem Tag Enten,
Vögel und alles was Flügel hatte nicht. So fiel ich aus
allen Wolken, als er auf der Strecke zwischen der Vogelschutzinsel
und der Eisenbahnbrücke mitten auf die Eisflache flitzte. Er
hatte wohl eine Ente mit einem Hasen verwechselt. Mitten im Kanal
fiel unser Hund in ein Eisloch. Alle Bemühungen, wieder aufs
Eis zu kommen, blieben jedoch ohne Erfolg. Ich konnte seine großen
und flehenden Augen nicht mehr mit ansehen. Auf der anderen Kanalseite
beobachtete ein Mann das Geschehen. Ich selbst kämpfte mit mir,
aber gegen jede Vernunft versuchte ich, mich auf dem Eis liegend,
zu unserem Hund entlang zu schieben. Ich konnte noch sehen, dass der
Mann auf der anderen Kanalseite mit einer Leiter zur Bahnbrücke
lief, er rief etwas, aber ich verstand es nicht.
Ca. 2 Meter
vor dem Hund brach das Eis unter mir, und dadurch entstand ein Eisriss,
den unser Hund auch gleich zur Rettung nutzte. Er schwamm mit letzter
Kraft ans Ufer und hatte nicht einmal mehr Kraft zum Bellen. Ich selbst
schaffte es mit sehr großer Kraftanstrengung ans Ufer zu kommen,
indem ich mich mal rechts und mal links auf das Eis stützte.
Am Ufer angekommen, standen 2 Polizisten vor mir. Der Mann auf der
anderen Seite hatte Gott sei Dank die Polizei informiert und war mit
der Leiter zurückgegangen.
Die Polizei
brachte unseren Hund und mich zu unserem Haus im Voßort 14.
Sie bestanden darauf, dass ich zur Untersuchung nach Lauenburg ins
Krankenhaus gehen sollte und blieben bei mir, bis ich mich umgezogen
und unseren Hund trocken gerubbelt hatte. Ich konnte mit meinem eigenen
Auto fahren, die Polizei begleitete mich ins Krankenhaus und wartete
die Untersuchung — sie erfolgte schnell — ab. Sie benötigten
die Gewissheit für ihren Noteinsatz-Bericht., dass ich keinen
Schaden davongetragen hatte, nur meine Nerven spielten blank,
Ich weiß,
dass ich einen großen oder mehrere Schutzengel hatte. Am Tag
darauf trat ich eine Reha-Maßnahme nach Borkum an. Ich hatte
G l ü c k !!!
Elisabeth
Dähn