Es war erst 16,30 Uhr
und schon dunkel. Der Kanal wirkte trostlos in dieser Jahreszeit,
die Bäume hatten ihre Blätter verloren und nun raschelten
sie unter meinen Füßen wenn ich den Sandweg am Rande
des Elbe-Lübeck-Kanals entlang schlenderte.
Plötzlich sah ich
in der Ferne ein Licht, das sich langsam auf mich zu Bewegte.
Wenig später hörte
ich dumpfe Schritte, die langsam naher kamen. Stampf, stampf, stampf,
es musste ein Riese sein, der da auf mich zukam.
Was, wenn er mich erreicht
hat, wird er mich ansprechen? Die Nacht nahte, wo würde er
übernachten? Kann ich ihn mit zu mir nehmen, passt er durch
die Haustür, was kann ich ihm anbieten? Einen Kaffee, lieber
Tee oder braucht der raue Kerl etwas Härteres?
Eigentlich habe nur Pfefferminztee
im Haus, und meine Becher sind viel zu klein, vielleicht würde
ein Eimer für ihn ausreichen, das könnte gehen?
Wie sollte ich einen
Eimer Wasser zum Kochen bringen, wie viele Teebeutel braucht man
für 10 Liter Wasser? Was kann ich dazu reichen, ich habe keinen
Kuchen und die Keksdose ist klein und auch nicht mehr ganz voll.
Schlafen könnte
er bei mir im Flur auf dem Fußboden, der Raum müsste
lang genug sein.
Eine kalte Hundenase,
holte mich aus meinen Gedanken zurück, ich schaute meinen Hund
an und sein Gesichtsausdruck sagte mir:
Es ist doch nur ein Binnenschiff
auf dem Kanal
Michaela Schmidt