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©arsten Lübbert
Das Rheinland hat den Karneval das Herzogtum die „Kanalisten“

von
Brigitte Gerkens-Harmann



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Veranstaltungen
Basedow - Drei Dinge- mindestens- sind an norddeutschen Sommerabenden immer wieder schön: Zunächst natürlich das Vergnügen einer Open-Air-Veranstaltung (ohne Regenjacke). Dann ein gutes und nicht alltägliches Unter­haltungs­programm (mit regional-typischen Akzenten) und schließlich die Natur, die in Basedow ursprünglich ist und ihren besonderen Reiz entfaltet durch den Elbe-Lübeck-Kanal der hier seit Jahrzehnten den Lanzer See durchquert.

Carsten Lübbert und Dr. von Hoerschelmann am Kanal

Am vorletzten Wochenende des KulturSommers am Kanal fanden sich rund 60 Besucher ein, um mehr über das Literatur-Portal www.Kanal­geschichten.de zu erfahren. 2007 wurde es erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die „Portal-Väter“, Dr. Werner Konstantin von Hoerschelmann und Carsten Lübbert aus Basedow, blätterten das Text- und Foto-Angebot des Portals auf. Wie es sich schon im letzten Jahr bewährt hatte, so wurden auf einer improvisierten Leinwand, die zwischen den Bäumen gespannt war, die Internetseiten mittels eines Projektors für alle sichtbar.

Portal-„VaterDr. Hoerschelmann erinnerte an die Idee
und die Umsetzung der Kanalgeschichten.de

Hausherr Carsten Lübbert hieß in seinem großen Garten, direkt vor dem wunderschönen Panorama-Blick am Elbe-Lübeck-Kanal die Gäste, darunter auch Kulturmanager Hans-Jürgen Rumpf und Basedows Bürgermeister Horst Ehing, willkommen. Eine kurzweilige Einführung in die Anfänge des Portals übernahm Dr. Werner von Hoerschelmann. Er erinnerte daran, dass sie dazu beitragen wollten die einzigartige zwischen­mensch­liche Kultur am Elbe-Lübeck-Kanal mit und für die „Kanalisten“ (so nennen sich die Bewohner unmittelbar am Kanal, wie Lübbert zu erzählen wusste) zu pflegen und zu fördern. Eine Homepage entstand und schnell wurden Nachbarn und Mitbürger aktiviert, alltägliche Begebenheiten aus der Umgebung aufzuschreiben und einem breiten Publikum vorzustellen. Weitere Kanalanrainer brachten neue Autoren, die über die mittlerweile vielbe­schworene Lebensader Elbe-Lübeck-Kanal berichteten. Die Zugriffe auf den Seiten von Kanal­geschichten.de stiegen stetig an.

Organisierten einen prächtigen Abend am Kanal:
Dr. Hoerschelmann am Pult und Carsten Lübbert

Aus der Gruppe der Autoren, die nun mit viel Engagement mitmachen, hatten sich einige entschlossen, den Gästen die Wasserstraße aus privater Sicht literarisch näher zu bringen. Dabei gab es humorvolle kurze Texte, die die ambitionierten Petri-Jünger Frederick, Nikolaus und Carsten Lübbert vortrugen aber auch plattdüütsche Döntjes von Horst Eggert aus Lauenburg und Lyrik von Angela Wilckens aus Dalldorf. Der ehemalige Literatur-Stipendiat des Künstlerhauses in Lauenburg, Autor Carsten Clook, las zwei feinsinnige Episoden aus seinen Büchern.

Rund 60 Gäste kamen nach Basedow

Mit mehreren Texten ist auch der Möllner Detlef Romey in den Kanal­geschichten.de vertreten. In Basedow bot er ein beein­druc­kendes Kontrastp­rogramm, welches Dr. Hoerschelmann spontan mit „Weltk­lasseformat“ adelte. Romey, der als Autor, Sänger und quirliger Entertainer in Schleswig-Holstein bekannt ist, wagte sich in den Bereich der Kunstform des Dadaismus (eine künstlerische und literarische Bewegung, die um 1920 begann. Vom Dada gingen erhebliche Impulse auf die Kunst der Moderne aus.) In Anlehnung an die „konkrete Poesie“ von einem der bekanntesten Lyriker mit „Dada-Hintergrund“, Ernst Jandl, entwickelte Romey einen Text, der der experimen­tellen Dichtung nahe kam. Diese Kunstform beinhaltet nicht nur das Verfassen, sondern auch den Vortrag eigener Werke in besonders extrover­tierter, gern auch überschnittener Form. Sprachspiele, Wort-Assoziationen und Lautmalereien beherrschte Romey grandios in seinem Text vom Lastkran, der mit so irritierenden Begriffen wie „Lego, Lego“ begann.

Dank sprach Hausherr Lübbert Kulturmanager Hans-Jürgen Rumpf aus, der die Idee zur Durchführung dieser Veranstaltungs-Reihe hatte und ein Dankeschön ging auch an das Amt Lütau und dem Wasser und Schiff­fahrtsamt Lauenburg, die unbürokratisch Genehmigungen für diese Veranstaltung erteilten sowie der Freiwilligen Feuerwehr Basedow und vier Musikern des Gitarrenkreises aus Müssen unter Leitung von Gudrun Kleber, die für den musikalischen Rahmen sorgten.

Brigitte Gerkens-Harmann