RZ-Kultur, das Kulturportal im Kreis Herzogtum LauenburgLandeskulturverband Schleswig-HolsteinMuseen in Schleswig-Holstein / Kreis Herzogtum LauenburgKulturnetz Schleswig-Holstein
©arsten Lübbert
Private Geschichten vom Kanal

von
Brigitte Gerkens-Harmann



Kategorien
Veranstaltungen

Private Geschichten vom Kanal
Spannend und charmant: Literaturportal stellt sich vor


Basedow - Der Elbe-Lübeck-Kanal bei Basedow durchquert seit über 100 Jahren den Lanzer See und schimmerte blaugrün als am vorletzten Wochenende des Kultursommers am Kanal direkt dort am Ufer des Gewässers eine ebenso einmalige wie ungewöhnliche Veranstaltung rund 90 Besucher mobilisierte: Das noch junge Literatur-Portal www.Kanal­geschichten.de wurde erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die „Portal-Väter“ , Dr. Werner Konstantin von Hoerschelmann und Carsten Lübbert aus Basedow, blätterten zum sommerlichen Abendhimmel in sanften Rot- und Orangetönen das kunterbunte Text- und Foto-Kaleidoskop des Portals auf. Der Clou dabei war, dass eine improvisierte Leinwand zwischen Bäumen gespannt, die Internetseiten mittels eines Projektors für alle sichtbar machte.

„Wir betreiben weder Entertainment noch Comedy. Wir sind auch nicht in der Lage Ihnen eine musikalische Darbietung zu präsentieren. Alles was wir anbieten können ist eine Idee, von der wir glauben, dass sie ziemlich gut ist“, eröffnete bescheiden-zurückhaltend Hausherr Carsten Lübbert den Abend. Ins seinem großen Garten, direkt vor dem wunderschönen Panorama-Blick am Elbe-Lübeck-Kanal, hatte er zur Präsentation geladen.



Elbe Lübeck Kanal.

Er berichtete über die Anfänge des Portals:“ Im Sommer 2006 sprachen mein Freund Werner von Hoerschelmann und ich über unsere Arbeit an der Gemein­dech­ronik und kamen darüber auf die Politik des Innenministers, welcher die Kreise, Ämter und Gemeinden in Schleswig-Holstein zu riesigen Verwal­tungskomplexen vereinen möchte. Wir befürchteten, dass die Identität der kleinen Gemeinden wie unserem Basedow damit ausgelöscht würden und hier eine ähnliche politische und kulturelle Sterilität Einzug hält wie wir es aus den Großstädten kennen. Wir kamen schnell zu dem ziemlich deprimierenden Schluss, dass unser Einfluss auf diesen Prozess nicht gerade gewichtig sei.

Eröffnete die Präsentation: Carsten Lübbert

Aber was wir tun können, ist dazu beizutragen, die Dokumentation dieser einzigartigen zwischen­mensch­liche Kultur zu pflegen und zu fördern. Also programmierten wir eine Homepage und aktivierten zunächst unsere Nachbarschaft um alltägliche Begebenheiten aus unserer Umgebung aufzuschreiben und einem breiten Publikum vorzustellen. Weitere Kanalanrainer brachten neue Autoren, die über unsere mittlerweile vielbe­schworene Lebensader Elbe-Lübeck-Kanal berichteten. Die Zugriffe auf unsere Seite Kanalgeschichten.de liegen momentan bei rund 500 pro Tag. Spitzentage waren der 2. Juli mit 8.658 und der 13. Juni mit 11.044.“

Las aus seinem Krimi: Christoph Ernst

Aus dem Chor der vielen Autoren, die seit über einem Jahr mitmachen, hatten sich einige entschlossen, den Gästen die Wasserstraße aus privater Sicht zu zeigen. Einige Beispiele, die von den Autoren persönlich vorgetragen wurden, rundeten die Vorstellung ab. So las Marianne Käver aus ihrem Text „ Leben am Kanal“. Autor Christoph Ernst, der in Klein Zecher lebt, jedoch seinen Krimi „Fette Herzen“ auch am Elbe-Lübeck-Kanal und in Lauenburg spielen lässt, las ein Kapitel mit Szenen aus der Elbestadt vor und Freddy Lübbert (hoffnungsvolles Nachwuch­stalent in der schreiben Zunft der Kanalgeschichten-Texter) unterhielt die Gäste mit einer drolligen Tiergeschichte.

Ein Garten voller Autoren

Dr. Hoerschelmann schließlich warb mit einer Anekdote aus der aufregenden und wilden Wende-Zeit, als die DDR. Grenze noch zum Alltag gehörte, um mehr Akteure, die ihre ganz privaten Episoden, ihre kleinen Geschichten am Elbe-Lübeck-Kanal erzählen und dann für jeden nachvollziehbar im Internet präsentieren.
Dank sprach Lübbert Kulturmanager Hans-Jürgen Rumpf aus, der die Idee zur Durchführung dieser Veranstaltung hatte und ein Dankeschön ging auch an das Amt Lütau und dem Wasser und Schiff­fahrtsamt Lauenburg, die unbürokratisch Genehmigungen für diese Veranstaltung erteilten sowie der Freiwilligen Feuerwehr Basedow.

Autorin Marianne Käver

(Mehr Informationen über die „Portal-Väter“ gibt es in der Rubrik RZLiteratur im Kulturportal rzkultur.de)

Gerkens-Harmann und Peter Behrendt